Ein Bild, das Erinnerungen und Gefühle weckt. Das samstägliche Familienbad in der Zinkwanne als festes Ritual der Kindheit ist für viele Ältere immer noch ein Kleinod in ihrem Erinnerungsschatz.

Die Zinkwanne auf dem Terrazzoboden, die Mutter davor kniend, mit Schwamm und Kernseife bewaffnet. Das Mädchen im Zuber lässt die Waschprozedur mit zugekniffenen Augen über sich ergehen. Erinnerungen über das Beißen der Seife in den Augen, das Kratzen mit derWurzelbürste und mit dem rauen Bimsstein drängen sich auf. Das Wasser wurde von Kind zu Kind grauer und zum Schluss hieß es dann: Alle Kinder raus und ins Bett, denn jetzt kommt Vater in die Wanne.

Dieses Bild steht exemplarisch für mehr als 60 ausgewählte biografische Bilder (1925-70) aus den zwei Handbüchern für Biografiearbeit „Bilder erzählen“. Es soll durch seine Schlüsselfunktion ermöglichen, dass demenziell Erkrankte beim Anschauen dieses Motivs in den noch intakten Abschnitt ihres Langzeitgedächtnisses zurückfinden, der Therapeut sie dort erreichen und mit der „Erinnerungsarbeit“ beginnen kann.